{"id":50,"date":"2020-02-01T19:54:15","date_gmt":"2020-02-01T18:54:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/?p=50"},"modified":"2020-02-01T19:54:15","modified_gmt":"2020-02-01T18:54:15","slug":"die-erste-farm-oder-eine-reise-ins-unbekannte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/2020\/02\/01\/die-erste-farm-oder-eine-reise-ins-unbekannte\/","title":{"rendered":"\u201eDie erste Farm&#8220; oder &#8222;Eine Reise ins Unbekannte&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Bei der Planung unserer Anreise von Tel Aviv zu unserer ersten Farm fiel uns die Lage des Ortes sofort ins Auge: auf Google Maps liegt Sha&#8217;arei Tikva hinter der Gr\u00fcnen Linie und somit im offiziell als Westjordanland bezeichneten pal\u00e4stinensischen Gebiet. Da unsere Gastgeber hebr\u00e4ische Namen hatten, war uns nicht ganz klar, auf was wir uns dort einlassen w\u00fcrden: sind unsere Gastgeber sogenannte &#8222;Siedler&#8220;? Also Israelis, die illegal aber unter staatlicher Duldung pal\u00e4stinensisches Land bebauen und bewirtschaften? Wie w\u00fcrde es sich f\u00fcr uns anf\u00fchlen in einer Siedlung zu leben, in der m\u00f6glicherweise die \u00dcberzeugung herrscht, dass das gesamte Gebiet vom Jordan bis zum Mittelmeer den j\u00fcdischen Israelis, und nicht etwa den dort m\u00f6glicherweise zuvor ans\u00e4ssigen arabischen Pal\u00e4stinensern geh\u00f6rt? <\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle ist vielleicht bereits zu erahnen, dass der israelisch-pal\u00e4stinensische Konflikt hier vor Ort pl\u00f6tzlich nichts Abstraktes mehr ist. Er ist real und allgegenw\u00e4rtig. Eine Reise nach Israel kann man nicht unternehmen und weiterhin so tun, als &#8222;h\u00e4tte man mit Politik eigentlich nichts am Hut&#8220;. Mit einem Mal sind Themen an der Tagesordnung, die ich in Deutschland meist weit von mir weg schieben konnte, zugeh\u00f6rigen Ausreden derer gab es viele: von zu viel Arbeit im Alltag, keine Zeit die Nachrichten zu verfolgen, \u201eBetrifft mich ja nicht direkt.\u201c bis hin zu \u201eEs gibt im Moment Wichtigeres.\u201c. Abgesehen davon, dass dieser \u00fcber Jahrzehnte andauernde Konflikt inzwischen so viele neue Facetten und Verwicklungen hinzugewonnen hat, was es schwierig macht, in den Kategorien falsch oder richtig zu denken. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC06845-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-52\" \/><figcaption>2014 errichteter Grenzzaun zwischen israelischem Staatsgebiet und pal\u00e4stinensischem Autonomiegebiet<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Wo sind wir hier?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der Unklarheiten\nentschieden wir uns daf\u00fcr, nach Sha\u2019arei Tikva zu fahren. Mit dem Bus\npassierten wir keinen Checkpoint, obwohl die Grenzlinie auf Google Maps solches\nhatte vermuten lassen. Aber uns stach eines sofort ins Auge: entlang der\nAutobahn schl\u00e4ngelte sich ein 100 bis 200 Meter breiter Grenzstreifen, der\nmehrfach durch un\u00fcberwindbar hohen Stacheldraht abgesichert war. Wo sind wir\nhier?, fragten wir uns. Unsere Gastgeber w\u00fcrden uns aufkl\u00e4ren, aber dazu sp\u00e4ter\nmehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Gastgeber empfingen uns herzlich, ebenso wie zwei andere Freiwillige, die am Vortag angereist waren. Der erste Eindruck, da sind wir ganz ehrlich, war gemischt. F\u00fcr die Freiwilligen gibt es im Keller des Hauses ein gemeinsames Zimmer mit zwei Einzel- und einem franz\u00f6sischen Bett, dazu einen Gemeinschaftsraum mit K\u00fcche und ein Badezimmer. Der \u201eSchlafsaal\u201c hat keine Fenster, w\u00e4hrend alle anderen R\u00e4ume liegen zur Nordseite und bekommen somit zumindest etwas Tageslicht ab. Die R\u00e4ume wirkten im ersten Moment kahl und etwas lieblos, zudem gab es keine Heizung und die erste Nacht froren wir wie Schlosshunde (ich war froh, meine eigene Heizung namens \u201eKrischan\u201c mitgebracht zu haben \ud83d\ude09). Zum Kochen gibt es einen Gasherd, aber lediglich einen kleinen Topf, dazu einen Wasserkocher und einen Mini-Backofen. Die ersten Tage teilten wir uns die R\u00e4umlichkeiten mit den zwei anderen Freiwilligen, zwei junge Abiturienten aus Deutschland. Wir gingen abends nach der Arbeit zusammen im \u00f6rtlichen Supermarkt einkaufen und kochten zusammen \u2013 die zwei waren nett, aber wirklich warm wurden wir nicht miteinander, was sicherlich auch den Gesamtumst\u00e4nden geschuldet war. Nach f\u00fcnf Tagen reisten die zwei aber sowieso weiter zu ihrer n\u00e4chsten Station, was f\u00fcr uns einen deutlichen Gewinn an Privatsph\u00e4re und eine Akklimatisation in unserem Tempo erlaubte. Auf neue Lebensumst\u00e4nde kann man sich gedanklich zwar ein bisschen vorbereiten, aber wenn man drinsteckt, ist es eben doch nochmal was anderes. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Haus liegt an einem Hang, oben gibt es einen zwischen hohen Palmen, Mandarinenb\u00e4umen und anderen B\u00fcschen und B\u00e4umen versteckten, ebenerdigen Eingang zur Wohnung unserer Gastgeber. Links vom Haus f\u00fchrt eine Treppe nach unten zum ebenerdigen Eingang zur zweiten Wohnung, in der sich neben den R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr die Freiwilligen ein G\u00e4stezimmer und ein Behandlungsraum f\u00fcr Gemmas Heiltherapien befinden. Wenn wir aus unserer Wohnung treten, befinden wir direkt im Garten. Hier stehen wundersch\u00f6ne Zitronen-, Pomelo-, Feigen-, Oliven- und Granatapfelb\u00e4ume, es gibt eine H\u00e4ngematte und einen Pool, der zurzeit allerdings viel zu kalt ist, um ihn zu benutzen. Dar\u00fcber hinaus haben sich unsere Gastgeber vergangenes Jahr einen H\u00fchnerstall gebaut und halten sich eine Handvoll H\u00fchner, die vermutlich ab M\u00e4rz, entsprechend ihres nat\u00fcrlichen Zyklus, wieder Eier legen werden. Hinter dem Haus liegen etwa 300 Meter \u00f6ffentliches Land, das an dem dem Haus gegen\u00fcberliegenden Ende durch den \u2013 da ist er wieder \u2013 Grenzstreifen vom dahinterliegenden pal\u00e4stinensischen Gebiet getrennt ist. Wo sind wir hier eigentlich? Unsere Gastgeber kl\u00e4ren uns \u00fcber Sha\u2019arei Tikva auf: es handelt sich um eine bereits mehrere Jahre alte, illegale Siedlung auf pal\u00e4stinensischem Gebiet, die im Zuge des Grenzzaunbaus Netanyahus <em>de facto<\/em> in israelisches Staatsgebiet einverleibt wurde. Unsere Gastgeber haben sich vor etwa zwei Jahren dazu entschieden, das Haus mitsamt des zugeh\u00f6rigen Gartens zu mieten und die au\u00dfergew\u00f6hnliche Lage der Farm zu nutzen, um langsam, aber stetig Kontakt zu Familien und Anwohnern auf der anderen Seite des Zauns aufzubauen und gemeinsam einen Food Forest \u201e\u00fcber den Zaun hinweg\u201c aufzubauen \u2013 mit dem Ziel durch unmittelbaren Kontakt ein Zeichen des Friedens und ein Netzwerk des Austauschs aufzubauen. Ein Frieden zwischen Israelis und Pal\u00e4stinensern, so sagten sie selbst, erscheint ihnen nur m\u00f6glich, wenn die Menschen Beziehungen zueinander aufbauen und im Kleinen nach und nach jahrzehntealte Vorurteile abbauen k\u00f6nnen. Zu einem solchen Vorhaben, so habe ich hier inzwischen gelernt, geh\u00f6ren eine gro\u00dfe Portion Mut, Ausdauer und vor allem aber Offenheit und ein gro\u00dfes Herz. <\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00f6ffentliche Land zwischen dem Haus und dem Grenzzaun steht voll mit Olivenb\u00e4umen. Die B\u00e4ume geh\u00f6ren pal\u00e4stinensischen Familien, die vom israelischen Staat eine Sondergenehmigung bekommen, um nach Israel einreisen zu d\u00fcrfen, um die Oliven zu ernten. Somit ist die israelische Regierung den Pal\u00e4stinensern zumindest dahingehend entgegengekommen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200113_1420286661862511095598910-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-62\" \/><figcaption>Tierische Hofbewohner: Katzen und H\u00fchner<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p style=\"font-size:0\"><strong>Unser Arbeits\u201calltag\u201c <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von einem Alltag\nk\u00f6nnen wir hier eigentlich nicht so recht sprechen. Das Einzige, das jeden Tag\ngleich ist, ist dass wir unsere Arbeit um 7.30 Uhr beginnen. Meist starteten\nwir mit Instandhaltung und einer kurzen Besprechung des Tagesablaufs (so\nmanches Mal erg\u00e4nzt um eine halbst\u00fcndige Meditation, geleitet durch einen der\nbeiden). Bei der Instandhaltung fegen wir die Bereiche um das Haus und den Pool\nherum und befreien alles von heruntergefallenen Bl\u00e4ttern und Fr\u00fcchten (die\nOliven und Granat\u00e4pfel waren vor einigen Wochen erntereif, derer aber auch\n\u00e4u\u00dferst zahlreich vertreten, sodass unsere Gastgeber gar nicht mehr wussten,\nwohin damit) und bringen in die ein oder andere Ecke etwas mehr Ordnung, wobei\nwir hier selbst entscheiden k\u00f6nnen, worauf wir unseren Fokus legen. An einem\nTag haben wir beispielsweise gro\u00dfe Steinplatten im Garten von Erde und altem\nLaub befreit und damit deutlich mehr begehbaren Weg geschaffen. <\/p>\n\n\n\n<p>Sonntags, dienstags\nund donnerstags machen wir gemeinsam mit unseren Gastgebern von etwa 8.30 bis\n10.00 Uhr Yoga, was eine wundersch\u00f6ne morgendliche Routine darstellt \u2013\ninsbesondere nachdem man schon f\u00fcr etwa 45 Minuten drau\u00dfen gearbeitet hat. In\nDeutschland hatte ich mir immer vorgenommen, eine kurze Yogasequenz in meine\n\u201eMorgenroutine\u201c, wie es auf Insta-Deutsch so gerne genannt wird, einzubauen,\nbin aber kl\u00e4glich an meinem inneren Schweinehund gescheitert und regelm\u00e4\u00dfig\nviel zu sp\u00e4t zu Bett gegangen. Abgesehen davon, dass ich mich morgens noch vollkommen\nunbeweglich und steif und \u00fcberhaupt nicht wie ein Yogi f\u00fchle. Nach der ersten\nWoche kamen dann noch montags und mittwochs, wenn auch unregelm\u00e4\u00dfig,\nZumba-Stunden von Krischan hinzu \u2013 herrlich! Gute-Laune-Musik, Tanzen und\nfr\u00f6hliche Menschen, denn Zumba macht gute Laune, am Morgen w\u00fcrde ich wirklich\ngerne in meinen Alltag einbauen! <\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend beginnen wir wieder mit der Arbeit. Da f\u00fcr den Gem\u00fcseanbau Beete angelegt werden, haben wir in den ersten Tagen Erde abgebaut, von gr\u00f6\u00dferen Steinen befreit und in ein mit einer niedrigen Steinmauer umrissenes Beet geschafft. Sp\u00e4ter holten wir den Gro\u00dfteil der Erde f\u00fcr das Beet aus einer gut begehbaren H\u00f6hle, deren Boden sowieso ein paar Zentimeter tiefer gelegt werden sollte. In der zweiten Woche machten wir uns daran, den H\u00fchnerstall mit einem Regenschutz zu versehen, gr\u00fcndlich auszumisten, mit Draht gegen grabende Eindringlinge zu verst\u00e4rken und die Innenausstattung vielf\u00e4ltiger zu gestalten. Jetzt schlafen die H\u00fchner im Trockenen und auf einer Stange &#8211; und nat\u00fcrlich schlafen alle eng gedr\u00e4ngt auf einer einzigen Stange, obwohl mehrere zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden &#8211; und Eindringlinge haben keine Chance mehr. Auf das Ergebnis der Arbeit waren wir \u00e4u\u00dferst stolz und es hat uns ein paar \u00dcberstunden eingebracht, die wir sp\u00e4ter abfeiern durften. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200112_1243062280044987416063151-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-63\" \/><figcaption>H\u00fchnerstall vor dem Umbau<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die dritte und gr\u00f6\u00dfte Aufgabe besteht im Vergr\u00f6\u00dfern der oben erw\u00e4hnten H\u00f6hle. Sie liegt direkt unterhalb des Grundst\u00fccks auf dem \u00f6ffentlichen Gel\u00e4nde, wird von unseren Gastgebern aber f\u00fcr Meditationen, Sitzkreise, Workshops und vieles mehr genutzt. Als wir ankamen, konnte man gerade so in der Mitte der H\u00f6hle stehen. Inzwischen haben wir teilweise bis zu 80 Zentimeter an H\u00f6he gewonnen und daf\u00fcr Unmengen an Steinen und Eimern an Erde herausgetragen. Bis zu unserer Abreise wollen wir eine neue Steintreppe gebaut und alles eingeebnet haben, sodass unsere Gastgeber die H\u00f6hle wieder f\u00fcr ihre Workshops anbieten k\u00f6nnen. Es ist schwere k\u00f6rperliche Arbeit, die Krischan und ich zum Gro\u00dfteil alleine bew\u00e4ltigt haben, aber \u00e4u\u00dferst genie\u00dfen. In unserer dritten Woche hier hat es fast durchg\u00e4ngig stark geregnet, sodass wir in unsere Wohnung verbannt waren. Wir nutzten die Zeit f\u00fcr Recherchen \u00fcber Organisationen f\u00fcr m\u00f6gliche Kooperationen und Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Vorhaben unserer Gastgeber und bastelten Kinderspielzeug und Dekoration f\u00fcr die Kindertagesst\u00e4tte, die hier aufgebaut werden soll. Aber uns fiel die Decke alsbald auf den Kopf, wollten wir doch gerade weg von der Arbeit im Sitzen am PC in Innenr\u00e4umen. Umso mehr haben wir uns \u00fcber Regenpausen gefreut, in denen wir uns trotz tropfender H\u00f6hlendecke mit Hacke und Schaufel austoben konnten. Seit einigen Tagen ist das Wetter wieder sonnig und trocken, sodass wir tags\u00fcber im T-Shirt arbeiten k\u00f6nnen und die Gesichter langsam Farbe bekommen. Unser Gastgeber bezeichnete uns schon als <em>lizards<\/em>, zu Deutsch <em>Echsen<\/em>, da wir JEDE M\u00f6glichkeit nutzen, um Sonne zu tanken: Fr\u00fchst\u00fcck in der Sonne. Mittagessen in der Sonne. Kaffee- oder Teepause: ab in die Sonne! Wie habe ich das vermisst! Es tut mir wirklich leid, das an dieser Stelle sagen zu m\u00fcssen, aber ein derart sonnenarmer Ort wie Clausthal wird mich so schnell nicht wiedersehen! <\/p>\n\n\n\n<p>Neben der k\u00f6rperlichen Arbeit konnten wir beide unser Hobby, die Fotografie, zum Einsatz bringen. Wir hatten im Vorfeld \u00fcberlegt, welche Fertigkeiten wir unseren jeweiligen Gastgebern anbieten k\u00f6nnten, denn handwerklich bringen wir vielleicht Geschick, aber keine gelernte Fertigkeit mit. Somit boten wir den beiden an, Fotos von der Farm zu machen, damit sie diese f\u00fcr ihre Webseiten und Facebook-Pages verwenden k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich machten wir an zwei Tagen ausf\u00fchrliche Fotoshootings mit den beiden und einer ihrer Freundinnen. Wir hatten dabei alle sehr viel Spa\u00df und sind mit den Fotos zufrieden. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200117_1401025718242856669365381-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-64\" \/><figcaption>Hobbyfotograf beim Werk, hier: in Akko<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Die Ern\u00e4hrungsumstellung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit wir hier sind ern\u00e4hren wir uns fast ausschlie\u00dflich vegan. Zu Beginn mehr aus Notwendigkeit heraus, inzwischen aber haben wir die pflanzenbasierte Ern\u00e4hrung sehr zu sch\u00e4tzen gelernt! Einerseits sind verarbeitete Lebensmittel \u00e4u\u00dferst teuer in Israel und zum anderen hatten wir in den ersten zwei Wochen hier auf dieser Farm keinen K\u00fchlschrank, sodass wir uns im Supermarkt lediglich Pitabrot, Linsen, Reis, Gem\u00fcse und Tee kauften sowie Tahin (Sesampaste) und Hummus, damit das Essen nicht zu trocken ausf\u00e4llt, abgesehen davon, dass Hummus und Tahin traumhaft schmecken! Wir sind inzwischen reich an selbst kreierten, kreativen, leckeren und gem\u00fcsereichen Gerichten. Auch unsere Gastgeber ern\u00e4hren sich vegetarisch und kochen f\u00fcr uns \u00e4u\u00dferst Abwechslungsreiches zum Fr\u00fchst\u00fcck und zum Mittagessen. Bei unseren Ausfl\u00fcgen nach Tel Aviv und Akko h\u00e4tten wir immer die M\u00f6glichkeit gehabt, auch Fleisch zu konsumieren, aber die fleischlosen Alternativen sprechen uns einfach mehr an! Aus dem Garten beziehen wir Zitronen, Pomelos und Zitronengras. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200122_1113217950216210472354955-scaled.jpg\" data-id=\"67\" class=\"wp-image-67\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Quinoa-Ingwer-Honig Porridge mit Khaki-Kumquat-Kompott<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200111_1922482871553963619519421-scaled.jpg\" data-id=\"70\" class=\"wp-image-70\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Pasta mit Petersilienpesto<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200110_1829558776072239395447721-scaled.jpg\" data-id=\"69\" class=\"wp-image-69\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Linsen-Paprika-Salat und S\u00fc\u00dfkartoffel-K\u00fcrbis-Ofengem\u00fcse serviert mit Tahin-Zitronen-Sauce<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200124_1045102796052755419095264-scaled.jpg\" data-id=\"66\" class=\"wp-image-66\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Gef\u00fcllte Pita, Salat und Kumquat-Kompott als Fr\u00fchst\u00fcck im Bett &lt;3<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/20200113_1358452927708241659697885-scaled.jpg\" data-id=\"68\" class=\"wp-image-68\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Gemischte Platte mit Kimchi, Hummus, Guacamole, Kartoffelsalat<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Und wir so? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, wie es uns mit unserer Entscheidung nach Israel zu gehen geht, kam nun schon \u00f6fter. Kurz beantwortet: ja, es ist eine Umstellung. Etwas ausf\u00fchrlicher gesagt: es ist eine gr\u00f6\u00dfere Umstellung, als wir erwartet hatten. Die gewohnte Umgebung, aber auch die gewohnten T\u00e4tigkeiten und Freizeitbesch\u00e4ftigungen sind weggefallen und wollen hier hinterfragt und eventuell ersetzt werden. Unwiederbringlich tun sich da die Fragen auf, wer wir eigentlich sind, was uns ausmacht und was uns wichtig ist. Dar\u00fcber hinaus f\u00fchrt bei mir der Wegfall der alten Gewohnheiten zu Unsicherheit und innerer Unruhe \u2013 und das sage ich, die schon mehrfach f\u00fcr mehrere Monate im Ausland war, h\u00e4ufig umgezogen ist und sich immer wieder (gerne) ins kalte Wasser geworfen hat. Irgendwie war da in den vergangenen sechs Jahren in Clausthal wohl doch mehr Routine in mein Leben eingekehrt, als mir bewusst war. Und umso wohltuender sind die Ver\u00e4nderungen und damit einhergehenden Lernkurven. Nun ist fast ein Monat vergangen, seit wir in Tel Aviv gelandet sind. Wir sind uns selbst und unseren Bed\u00fcrfnissen ein gutes St\u00fcck n\u00e4hergekommen, durften viel \u00fcber uns lernen und k\u00f6nnen ein vielseitigeres \u201eWir\u201c aufbauen. Unsere Gastgeber sind uns hier sicherlich auch eine Hilfe, denn die zwei sind \u00e4u\u00dferst selbstreflektierte, umsichtige und aufgeschlossene Gespr\u00e4chspartner. <\/p>\n\n\n\n<p>Leider brechen wir hier in wenigen Tagen unsere Zelte ab und machen uns auf zu einer anderen Farm weiter im Norden Israels, freuen uns aber, in unseren Gastgebern gute Freunde gefunden zu haben. Hoffentlich kommen wir bald zur\u00fcck!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Namen unserer Gastgeber ver\u00f6ffentlichen wir aus privaten Gr\u00fcnden an dieser Stelle nicht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Planung unserer Anreise von Tel Aviv zu unserer ersten Farm fiel uns die Lage des Ortes sofort ins Auge: auf Google Maps liegt Sha&#8217;arei Tikva hinter der Gr\u00fcnen Linie und somit im offiziell als Westjordanland bezeichneten pal\u00e4stinensischen Gebiet. Da unsere Gastgeber hebr\u00e4ische Namen hatten, war uns nicht ganz klar, auf was wir uns &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/2020\/02\/01\/die-erste-farm-oder-eine-reise-ins-unbekannte\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e\u201eDie erste Farm&#8220; oder &#8222;Eine Reise ins Unbekannte&#8220;\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":51,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3,5,6,10,11],"tags":[24,38,51],"class_list":["post-50","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-farmen","category-israel","category-reisen","category-wwoof","category-wwoof-israel","tag-israel","tag-reisebericht","tag-wwoof"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.franziskakroeger.de\/israelblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}